Impression aus dem Sielverband Raa, Foto: Stadt Elmshorn

Ausgangslage

Hinsichtlich der Niederschlagsentwässerung bestehen an der Krückau Strukturen, die für Niederungen und Marschen in Norddeutschland typisch sind: viele kleine Wasser- und Bodenverbände sind für die Entwässerung ihres jeweiligen Verbandsgebietes zuständig. Für das Elmshorner Stadtgebiet ist dies die Stadtentwässerung. Das umliegende Einzugsgebiet der Krückau ist in sechs Verbandsgebiete unterteilt. Vier davon verteilen sich auf die Elbmarsch unterhalb von Elmshorn, zwei auf die Geest im Oberlauf. Die Einleitung von Niederschlagswasser in die Krückau erfolgt je nach Bedarf über ein eigenes Entwässerungssystem. An einigen Abschnitten der Krückau wurden flussbauliche Maßnahmen, wie z.B. Staustufen umgesetzt, um die örtliche Entwässerungssituation zu verbessern. Ein abgestimmtes Entwässerungskonzept für das Einzugsgebiet oder Kooperationen bei der Bewirtschaftung des Wassers bestehen derzeit nicht oder kaum.

Der Großteil der Niederschlagsentwässerung erfolgt in Elmshorn durch ein unterirdisches Kanalnetz in Kombination mit einem offenen Grabensystem. Die Leistungsfähigkeit dieses Entwässerungssystems ist aufgrund der sehr geringen Geländehöhen und des geringen Gefälles grundsätzlich begrenzt und zudem stark abhängig vom ständig wechselnden Wasserstand in der tidebeeinflussten Krückau – je höher der Wasserstand, desto weniger Wasser kann abfließen. Im Bereich des Elmshorner Hafens beträgt der mittlere Tidehub etwa 1,55 m. Insbesondere in einem Zeitfenster um das Tidehochwasser ist nur eine eingeschränkte Entwässerung in die Krückau möglich, da dann das örtliche Gefälle nicht ausreicht, um eine geregelte Entwässerung zu gewährleisten.

Bei hohen Wasserständen in der Elbe wird das Krückau-Sperrwerk an der Mündung in die Elbe geschlossen. Während dieser Schließzeiten kommt es zu einem Aufstau hinter dem Sperrwerk durch weiterhin zufließendes Wasser aus dem Oberlauf der Krückau. Hieraus können im Elmshorner Hafen hohe Wasserstände resultieren, die deutlich über den mittleren Wasserständen liegen. Tritt zeitgleich ein Starkregenereignis im Einzugsgebiet auf, kann das anfallende Niederschlagswasser nicht mehr von der Krückau aufgenommen werden. Das Wasser staut sich innerhalb des Entwässerungssystems auf. Als Folge treten im Stadtgebiet beziehungsweise im Umland lokale Überflutungen mit einer entsprechenden Gefährdung für Personen und Sachwerte auf. Alternativen zur Entwässerung in die Krückau bestehen derzeit kaum, da das niedrige Gelände im Stadtgebiet und die wenig durchlässigen Böden die Möglichkeiten zum Umgang mit Regenwasser stark einschränken.